Remex reduziert Abfallarten

Rund 75 Interessierte waren zur ersten Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Naturschutz Rödder gekommen.
Dülmen. Rund zwei Wochen hat sich Rainer Leiermann als Frist gesetzt. Dann soll die dritte Stellungnahme der Interessengemeinschaft (IG) Naturschutz Rödder fertig sein, berichtete der Vorsitzende am Mittwochabend bei der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins. Mit dem Schreiben will die IG auf eine schriftliche Reaktion der Firma Remex, die in Rödder eine Deponie der Klasse I errichten will, eingehen. Remex wiederum bezieht sich auf die zweite Stellungnahme, die die Deponiegegner im März an den Landrat übergeben hatten (DZ berichtete).
Welche Themen angesprochen werden könnten, darauf gab Leiermann bei der Versammlung, zu der rund 75 Interessierte ins Pfarrheim Rödder gekommen waren, eine Vorgeschmack. „Wir haben für alles, was wir behaupten, auch Belege“, betonte er. Die IG sehe ihre Arbeit als „unterstützendes Werk an, damit die Verwaltung zu einem guten Ergebnis kommt.“
Unter anderem berichtete der Vorsitzende, dass die Firma Remex den Abfallartenkatalog noch einmal reduziert habe, wie in der Stellungnahme des Unternehmens erkennbar sei. Jetzt sei von 174 Stoffen, davon elf gefährlichen Stoffen, die Rede. „Die Botschaft ist, dass wir uns auf einem türkischen Basar bewegen“, so Leiermann. „Wenn nicht Druck von außen gekommen wäre, hätten wir noch immer die 322 Abfälle vom Anfang.“ Ebenso kündige Remex den Bau eines Sickerwasserspeicherbeckens und einer -aufbereitungsanlage an. Aus Sicht der IG würde der jetzige Antrag solche neuen Baumaßnahmen nicht aufgreifen und müsse daher neu gestellt werden.
Von einer „Milchmädchenrechnung“ sprach der Vorsitzende mit Blick auf die Bedarfsanalyse des Antragsstellers. Die 2009 aufgestellten Abfallwirtschaftskonzepte des Kreises Coesfeld und von Remondis würden die Remex-Zahlen nicht belegen. Auch liege Rödder, anders als von Remex dargestellt, in einem Einzugsgebiet von Oberflächenwasser zur öffentlichen Wassergewinnung, so Leiermann, der eine entsprechende Karte aus dem Regionalplan zeigte. Daneben ging der Vorsitzende auf die Auflagen zur Straßenreinigung und Staubbekämpfung für Remex ein, die erst seit kurzem erfüllt würden. Das Vertrauen in Remex habe man schon lange verloren, machte er klar. Mit Blick auf das Gutachten, das der Kreis in Auftrag geben hatte und dessen Erstellerfirma Ökon vor über neun Jahren bereits für Remex tätig war, berichtete Leiermann, dass „der Landrat sich für diesen Fauxpas entschuldigt hat“. Den weiteren Umgang mit dem Gutachten wolle man nun verfolgen.
VON KRISTINA KERSTAN
Quelle: dzonline vom 26.05.11